Im Projekt 31 findet von Mai bis Juli eine Veranstaltungsreihe statt:

Die globale Rechte befindet sich auf dem Vormarsch. Krisen und Kriege erschüttern die kapitalistische Weltordnung und die Repression gegen antifaschistische und linke Bewegungen nimmt auch hier in Deutschland zu. Zunehmend werden autoritäre Lösungen für gesellschaftliche Probleme gesucht und durchgesetzt – sei es Wehrpflicht, die Gängelung von erwerbslosen Menschen oder die Ausweitung von Massenüberwachung. Gleichzeitig wird Geld für Bildung, Soziales und Kultur zusammengekürzt.

Diese autoritäre Formierung der gesamten Gesellschaft geht auch an uns als radikale Linke nicht spurlos vorbei. An die Stelle antiautoritärer Politik treten immer öfter autoritäre Kaderstrukturen und auch die Idee einer proletarischen Massenpartei erfreut sich jüngst neuer Beliebtheit. Differenzierte Analysen der bestehenden bürgerlich-kapitalistischen Verhältnisse werden zunehmend durch vereinfachte Erklärungsmuster verdrängt. Bei aller berechtigten Wut, Angst und Verzweiflung greift die Vorstellung der arbeitenden Klasse als einheitliches revolutionäres Subjekt gegen „die da oben“ zu kurz und verkennt Widersprüche innerhalb kapitalistischer Gesellschaften. Auch innerhalb der globalen Linken werden Errungenschaften und schon lang geführte Debatten in Frage gestellt, Feminismus zum Nebenwiderspruch degradiert und innerlinke Kritik als Sektierertum abgetan.

Als antinationale und antiautoritäre Linke sind wir überzeugt davon, dass die befreite Gesellschaft nicht durch autoritäre Politik erreicht werden kann. Wir sind überzeugt davon, dass das gute Leben für alle nur gegen Staat und Nation erkämpft werden kann und nicht durch ihre Übernahme. Und wir sind überzeugt davon, dass das Aushalten und Diskutieren von Widersprüchen uns unserem Ziel viel näher bringt als es die Aufteilung in Eigen- und Fremdkollektiv je könnte.

Mit dieser Reihe wollen wir einen Anfang machen. Wir wollen antiautoritären Analysen wieder Raum geben und zur Diskussion anregen. Dabei wollen wir uns nicht auf ein Thema beschränken, sondern verschiedene Themen aus einem antinationalen Blickwinkel beleuchten. Denn auch wenn die Vorzeichen schlecht stehen, sind wir nicht bereit den Kampf für eine andere Welt aufzugeben. Um es mit Rosa Luxemburg zu sagen – „So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd. Trotz alledem.“

30.05. – Vortrag: Was ist Antiziganismus? + Konzert Gipsy Mafia (AnarchoAntifa Hiphop / Serbia) / Unbekannte Nummer ( Jazzy Hiphop / Nürnberg)

19.06. – Vortrag: Die Russische Revolution und ihre Niederschlagung + Antinationale Kneipe

07.07. – Vortrag: Alles für Alle – Revolution als Commonisierung + VAPCA

22.07. – Vortrag: Nation, Nationalismus und antinationale Kritik + Antinationale Kneipe

Vortragsreihe: Trotz alledem! – Für etwas besseres als die Nation
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